Stadtpatronin Heilige Lioba

 
Lioba zählt zu den faszinierendsten Frauengestalten des Mittelalters: eine hochgebildete, selbstbewusste und politisch aktive Europäerin.
 
Die Heilige Lioba (Leobgyta) wurde um 710 in Wessex (England) als Tochter der Adeligen Dynne und Aebbe geboren. Im Benediktinerinnenkloster Wimborne genoss sie eine umfassende Bildung, die Grundlage ihrer späteren Missionstätigkeit in Germanien war. 735 berief sie der hl. Bonifatius nach Tauberbischofsheim, um hier als Äbtissin, Lehrerin und Ratgeberin zu wirken.
 
Lioba verband die Sorge um die Verkündigung des Glaubens mit tätiger Nächstenliebe und gottesdienstlicher Gemeinschaft, wie es dem benediktinischen Ideal entspricht. Lioba starb um 782 in Schornsheim bei Mainz, auf dem Petersberg bei Fulda ist sie begraben. Ihr Fest wird am 28. September gefeiert.
 
Die heilige Lioba hat für Tauberbischofsheim historisch eine große Bedeutung. Sie hat hier nicht nur ein Frauenkloster geleitet, sondern vor allem im Auftrag des heiligen Bonifatius erstmals kirchliches Leben organisiert und für Bildung im umfassenden Sinne gesorgt.  In Tauberbischofsheim wird sie als Stadtpatronin und Friedensbringerin verehrt, da ihrer Fürsprache die Verschonung der Stadt während des 2. Weltkriegs zugesprochen wird. Seitdem wird am letzten Samstag im September das Liobafest als Stadtfeiertag gefeiert.
 
Zur Erinnerung an die Heilige Lioba und um ihr Gedenken wach zu halten, ist diese Dokumentation entstanden: