Chrisam
Der Name Chrisam leitet sich vom griechischen Chrisma = Salbung her. Es meint das geweihte Öl für konsekratorische Handlung wie Taufe, Firmung und Priesterweihe. Chrisam selbst wird aus reinem Olivenöl hergestellt, dem je nach Ritus verschiedene aromatische Stoffe beigemischt werden und dem Chrisam so einen wohltuenden Duft verleihen.

Die Salbung mit Öl ist Sinnbild des Heiligen Geistes, so sehr, dass sie zum Synonym für ihn wird. Um die ganze Bedeutsamkeit der Salbung zu verstehen, muss man auf die erste Salbung zurück kommen, die Salbung Jesu durch den Heiligen Geist.
Christus (griech. für Messias) heißt der mit dem Geist Gottes "Gesalbte". Schon im Alten Testament gab es Gesalbte, vor allem David war ein solcher. Ursprünglich war ein Gesalbter jemand mit besonderen Gaben und Talenten, aber Jesus Christus ist der einzigartige von Gott Gesalbte. Jesus wird durch den Heiligen Geist zum "Christus": Maria empfing ihn vom Heiligen Geist, der ihn durch einen Engel vor seiner Geburt als Christus bekannt gibt (Lk 2, 11).
Ursprünglich ist Chrisam für die Firmung bestimmt, die bei den Ostkirchen deshalb "Chrismation" genannt wird. In der lateinischen Kirche wird sie auch für die Scheitelsalbung bei der Taufe, für Bischofs- und Priesterweihen und Kirchen- und Altarweihen benutzt.
Das Chrisam wird zusammen mit dem Katechumenenöl und dem Krankenöl am Gründonnerstag vom Bischof auf feierliche Weise geweiht. Jesus hat die Worte "Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt" (Jes. 61, 1-2, 1. Messlesung) auf sich bezogen als er in der Synagoge von Nazareth die Stelle des Propheten vorlas (Lk 4, 16-21, Evangelium).
Die Jünger haben nicht nur den Namen Christen (= Gesalbte), sondern auch die Salbung des Geistes (vgl. 2 Kor 1, 21-22; Joh. 2, 20-27) von Jesus erhalten. Sie haben den Geist Christi empfangen und haben Anteil an seinem königlichen Priestertum (Offb 1, 5-8, 2. Messlesung).
Auch wir Christen heute sind Gesalbte und erinnern uns dessen jeden Sonntag.
Mini aktuell Nr. 3 - ak




