Kirche St. Pankratius, Hochhausen

Auch wenn man schon von Weitem einen barocken Turmhelm auf der Hochhäuser Pfarrkirche erkennt: So manch einer, der dann eine barocke Kirche erwartet, wird eines Besseren belehrt werden – denn in dieser Kirche sind verschiedene Baustile beheimatet.

Baugeschichte und Kirchenpatron

Der Grundstein für den Kirchturm wurde bereits im Jahre 1329 gelegt. Am St. Pankratius-Tag 1329 erfolgte die Kirchweihe des ersten Steinbaus einer Kirche in Hochhausen, dennoch war St. Michael zunächst der Hochhäuser Kirchenpatron. Dies ging auf die Vorgängerkirche zurück – einem Holzbau, der am selben Platze stand, bereits aus der Karolingerzeit stammte und 1244 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Denn schon dieser war dem hl. Michael geweiht. Bereits 1225 war Hochhausen schon als selbstständige Pfarrei erwähnt worden. Im Zuge der Gegenreformation erhielt die Kirche dann einen neuen Kirchenpatron – aus St. Michael wurde St. Pankratius. Seitdem werden in Hochhausen zwei Kirchenpatrone verehrt, der Erzengel Michael blieb auch als Ortspatron erhalten. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten wurde im Ort St. Michael mehr gefeiert, als St. Pankratius – es ist also kein Zufall, dass die Kindertagesstätte in Hochhausen auf den hl. Michael geweiht wurde. 

Das Kirchenschiff aus dem Jahre 1329 wurde 1692 neu und größer aufgebaut. 1826 war bereits schon wieder ein Neubau des Langhauses notwendig geworden, die romanische Kirche wurde eingerissen und ein neues Gotteshaus im Basilika-Stil errichtet. Als nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge das Gotteshaus erneut zu klein wurde, erfolgte am St. Pankratius-Tag im Jahre 1963 die Grundsteinlegung für das heutige Kirchenschiff. 1964 wurde die Kirche dann gesegnet und für die Nutzung freigegeben, 1965 wurde sie durch den Erzbischof geweiht.


Kirchenausstattung

Die Kirche ist recht modern ausgestattet, enthält aber noch viele Heiligenfiguren aus den Vorgängerkirchen. Die meisten sind aus der Zeit des Historismus (1850/60), es sind aber auch noch ältere Barockfiguren unter ihnen.
 
Die Kommunionbänke und das moderne Fensterband stammen vom Grötzinger Künstler Franz Dewald und gehören zur Grundausstattung der Kirche von 1964. Besonders prägend für den Raumeindruck der Kirche ist das wunderschöne Fensterband, welches durch seine leuchtenden Farben dem Raum ein warmes Licht verleiht. Auf der linken Seite sind die Kinder- und Jugendjahre Christi dargestellt und auf der rechten Seite sein Wirken bis zur Auferstehung. In der Mitte des Fensterbandes, über dem Hochaltar, ist Christus selbst und um ihn sind die vier Evangelisten mit ihren Attributen zu sehen, v.l.n.r.: Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler).

Altar, Ambo und Tabernakel wurden von der Pforzheimer Künstlerin Gisela Bär geschaffen. Der Kreuzweg ist im Nazarener Stil (um 1900) in Öl auf Leinen gearbeitet. Die Orgel gehört ebenfalls zur Grundausstattung der Kirche von 1964 und wurde vom Orgelbauer Laukhuff in Weikersheim gefertigt. Teilweise wurden auch noch alte Holzpfeifen der Vorgängerkirche aus dem Jahre 1844 des Tauberbischofsheimer Orgelbauers Carl Göller eingearbeitet.


Taufkapelle

Der Innenraum des Kirchturmes aus dem Jahre 1457 wird heute als Taufkapelle verwendet. Das frühgotische Fenster stammt sogar noch aus der Zeit der Kirche von 1329. Ursprünglich war diese Kapelle im Osten der Kirche der Altarraum. Der Taufstein wurde ebenfalls von den Händen der Pforzheimer Künstlerin Gisela Bär geschaffen.


Kirchturm und Glocken

Der 49 m hohe Kirchturm, der schon mehrere Kirchenneubauten überlebt hat, sah nicht schon immer so aus wie heute. Ursprünglich war er deutlich niedriger und wurde in den Jahren 1410 und dann nochmals von 1614 bis 1617 erhöht. 1792 wurde das Turmgiebeldach abgerissen und 1795 durch einen barocken Turmhelm ersetzt. Bis zu einem Blitzschlag im Jahre 1855 war die obere Kuppel noch eine Doppelkuppel gewesen, wurde dann, nach geringem Brandschaden, jedoch renoviert und optisch verändert.

Im Glockenstuhl hängen fünf Glocken. Sie wurden, mit Ausnahme der ältesten Glocke unter ihnen, im Dezember 2003 bei der Karlsruher Gießerei Bachert gegossen und am 15. Mai 2004 durch Erzbischof Dr. Robert Zollitsch geweiht. Die älteste, der im Turm hängenden Glocken, das sogenannte „Silberglöckchen“, wurde 1694 zu Ehren des hl. Sebastian in Würzburg gegossen. Die alten Glocken von 1949 wurden, nach der Glockenweihe 2004, im Außenbereich der Kirche aufgestellt.

Zum Glockengeläut

Weitere Informationen und Einzelheiten zur Hochhäuser Kirche sind einem Kirchenführer zu entnehmen, der am Schriftenstand der Kirche günstig zu erwerben ist.

Ralf Knüttel, Archivkreis der Seelsorgeeinheit / Juli 2020



Pfarrkirche

Gotischer Turm von 1329, Neubau der Kirche 1960

Ausstattung: u. a.
Glasfenster von Franz Dewald
 
Adresse:
Pfarrgasse 2
97941 Tauberbischofsheim - Hochhausen
  


Bildergalerie zur Pankratiuskirche