Wallfahrt zum Hl. Blut nach Walldürn

Verehrung bis in die heutige Zeit

 
Die
Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" in Walldürn geht auf ein Geschehen zurück, das sich im Jahre 1330 ereignete: Ein Priester namens Heinrich Otto stieß während der heiligen Messe versehentlich den Altarkelch um. Der Wein ergoss sich auf das darunterliegende Korporale und es zeichnete sich das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf "Veronicae" - so heißen im Volksmund die Abbildungen, die das mit Dornen umwundene Haupt Christi zeigen - ab. Heinrich Otto verbarg voll Schrecken das Leinentüchlein unter der Altarplatte und erst auf dem Sterbebett bekannte er das Geheimnis des "Blutigen Korporales". Man fand das Tuch an der angegebenen Stelle und schnell verbreitete sich die Nachricht von diesem Wunder und die ersten Pilger kamen zu Verehrung des kostbaren Blutes nach Walldürn.
 
Um das Jahr 1920 wurde ein weißes Schutztuch aus Leinen hinter dem Korporale befestigt. Als man nun am 23. März 1950 das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersuchte, wurde auf ihm eine Vergilbung sichtbar, die das Bild des gekreuzigten Heilands umriss. Fachleute sind der Ansicht, die Gestalt des im Gewebe des Korporales vor Jahrhunderten vertrockneten Weines habe das Durchströmen des Lichtes so behindert, daß im Laufe von drei Jahrzehnten sich diese aufsehenerregenden Vergilbungsumrisse auf dem Schutztuch abzeichnen konnten.
 
Mittelpunkt der Wallfahrt ist heute der Heilig-Blut-Altar. Mehr als 80.000 Gläubige besuchen jährlich die traditionsreiche und über 1200 Jahre alte Wallfahrtsstadt. Und es sind nicht nur die Älteren, die den Weg zum Wallfahrtsort in den Odenwald finden. Vermehrt bezeugen auch junge Menschen ihren Glauben, insbesondere bei den zahlreichen Fußwallfahrten nach Walldürn. So bleibt das ereignisreiche Geschehen um die Walldürner Wallfahrt bis heute lebendig und die Verehrung des Heiligen Blutes wird auch für künftige Generationen gleichwohl Trost- und Gnadenstätte in der Wallfahrtsbasilika sein, die von 1938 bis 2007 vom Augustinerorden und seither von Franziskaner-Minoriten betreut wird.
 
Weitere Infos über die Walldürner Hl. Blut Wallfahrt finden Sie unter www.wallfahrt-wallduern.de
 
Die jährliche Hauptwallfahrtszeit in Walldürn beginnt mit der Eröffnung des Blutschreins. Viele Tausende Pilgerinnen und Pilger kommen auf ganz verschiedene Art und Weise zum Walldürner Gnadenort. Rund 120 Fußwallfahrtsgruppen werden in jedem Jahr feierlich begrüßt. 



Pilgergruppe aus Tauberbischofsheim


Auch die Tauberbischofsheimer Pfarrgemeinden pilgern alle zwei Jahre (abwechselnd mit der Wallfahrt durch die Seelsorgeeinheit) zu diesem größten eucharistischen Wallfahrtsort Deutschlands. Start ist am frühen Morgen um 3 Uhr an der Tauberbischofsheimer St. Martinskirche mit einem Impuls und dem Pilgersegen.


Unterwegs wird an Kirchen oder Wegkreuzen gemeinsam gebetet und gesungen, vorgetragene Texte regen zum Nachdenken an. Auch auf dem Weg über Königheim, Schweinberg, Hardheim und Höpfingen können noch weitere Pilger dazustoßen, die den ersten Teil mit Privatfahrzeugen zurücklegen. Die Gespräche und Begegnungen mit Menschen, die alle ihre Freude, Sorgen und Nöte mit auf diesen Weg nehmen, erleben viele als bereichernd.
 
  

Dekan Thomas Holler

Leiter der Seelsorgeeinheit

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger